
EU-Kommission setzt Russland auf die „schwarze“ Liste
Die EU-Kommission kommt zum Schluss, dass Russland als Drittland mit hohem Risiko einzustufen ist und in den Anhang der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1675 aufgenommen wird. Da Russland aber in keine der Kategorien von Drittländern mit hohem Risiko im Anhang der DelVO (EU) 2016/1675 fällt, wird diesem Anhang eine neue Kategorie hinzugefügt, in der Drittländer mit hohem Risiko aufgeführt sind, die nicht Gegenstand eines Aufrufs zum Handeln oder einer verstärkten Überwachung durch die FATF sind, deren Mitgliedschaft bei dieser internationalen Einrichtung für die Festlegung von Standards jedoch ausgesetzt ist.
Bei der Bewertung Russlands stellte die EU-kommission eine Reihe strategischer Mängel fest, unter anderem im Zusammenhang mit Russlands Rechtsvorschriften und Maßnahmen im Bereich der Transparenz hinsichtlich wirtschaftlicher Eigentümer sowie den Maßnahmen Russlands bezüglich der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung auf Kryptowerte. Solche Mängel setzen den Binnenmarkt Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aus, die gemindert werden sollten, so die EU-Kommission in ihren Erwägungsgründen.
DelVO (EU) 2016/1675 wird um Anhang IV ergänzt
IV. Drittländer mit hohem Risiko, die nicht Gegenstand eines Aufrufs zum Handeln oder einer verstärkten Überwachung durch die FATF sind, deren Mitgliedschaft bei dieser internationalen Einrichtung für die Festlegung von Standards jedoch ausgesetzt ist.
Drittland mit hohem Risiko: Russische Föderation
Die zugehörige Delegierte Verordnung (EU) 2026/46 im Hinblick auf die Aufnahme Russlands in die Liste der Drittländer mit hohem Risiko wurde am 9. Januar 2026 im Amtsblatt der EU veröffentlicht und tritt am 20. Tag nach der Veröffentlichung – also am 29. Januar 2026 – in Kraft.
Weitreichende Änderungen in Verfahren und Prozessen zur Geldwäsche-Prävention sollten sich damit für Finanzdienstleister nicht ergeben. Denn Russland wird von der Finanzindustrie bereits seit Jahren als (Hoch-)Risikoland geführt, was auch der gängigen Aufsichtspraxis entspricht. Die EU-Kommission hat augenscheinlich nur etwas länger gebraucht, um dies offiziell und auch auf politischer Ebene zu erkennen.

