Identitätsdiebstahl: Ausweiskopien von Kunden sicher speichern

Header_Datenschutz

Auf das Thema Ausweiskopien, von denen unter anderem Finanzdienstleister eine durchaus ansehnliche Anzahl speichern müssen, lohnt sich ein Blick aus zwei Blickrichtungen: Datenschutz und Geldwäsche-Prävention. Im Sinne des Schutzes personenbezogener Daten müssen sie sicher übermittelt und gespeichert werden. Aus Sicht der Geldwäsche-Prävention dürfen Ausweiskopien nicht in falsche Hände gelangen, denn Kriminelle können sie auch zur Geldwäsche missbrauchen.

Finanzdienstleister identifizieren Kunden generell mittels Lichtbildausweis und fertigen eine Ausweiskopie in möglichst guter Qualität an. Gemeinsam mit Antragsunterlagen, Beratungsprotokollen, usw. werden diese dann meist auf elektronischem Weg an Wertpapierunternehmen (Haftungsdach), Versicherungen und Depotbanken weitergeleitet. Über die Jahre sammelt sich eine ansehnliche Anzahl von Ausweiskopien an. Gerade solche Sammlungen gespeicherten Ausweisdokumenten wecken das Interesse von Kriminellen.

Bankkonten eröffnen mit gestohlenen Identitäten

Mit den erbeuteten Ausweisdokumenten können die Täter zum Beispiel Bankkonten eröffnen, die sie anschließend für die Geldwäsche nutzen. Mit falscher Identität können Kriminelle auch online shoppen oder Kredite unter falschem Namen aufnehmen. Geschädigte haben dann das Problem, dass sie beweisen müssen, dass sie die Geschäfte nicht selbst beauftragt oder abgewickelt haben.

Die Methoden, um an Ausweiskopien in guter Qualität zu kommen, sind kreativ. Stellenausschreibungen, Wohnungssuche, Online-Plattformen für Kleinanzeigen oder gefälschte Nachrichten von Zahlungsdienstleistern dienen manchmal einzig und allein dem Zweck des Identitätsdiebstahls. Hausverstand und ein gesundes Maß an Skepsis sind hier gefragt, um nicht in solche Fallen zu tappen.

Ausweiskopien nur in „veränderter“ Form speichern und übermitteln?

Ja, das ist eine denkbare und durchaus wirksame Maßnahme, um Ausweiskopien für Kriminelle unbrauchbar zu machen. Zu bedenken gilt es dabei allerdings, dass auch Wertpapierunternehmen und Depotbanken, an die die Ausweiskopien übermittelt werden, die Identität von Kunden zweifelsfrei feststellen können müssen. Große Veränderungen oder gar Schwärzungen einzelner Daten machen dies unmöglich und die Ausweiskopie daher auch für den Zweck des Geschäftes unbrauchbar.

Wasserzeichen hinzufügen oder sicher speichern

Schon mit einfachen Programmen können Ausweiskopien mit einem Wasserzeichen, zum Beispiel „Kopie zur Vorlage bei xxx zum Zweck von yyy“ versehen werden. Einige Banken akzeptieren solcherart veränderte Ausweiskopien allerdings nicht, wie ORF.at zuletzt berichtet. Das Lichtbild sowie die Ausweisdaten müssen trotz Wasserzeichen gut erkennbar sein. Jedenfalls sollte diese Maßnahme vorab mit den Vertragspartnern (zum Beispiel Wertpapierunternehmen, Banken, Versicherungen, usw.) abgesprochen werden. Eine andere Maßnahme ist das entsprechend sichere Speichern von Ausweiskopien. Wobei wir wissen, dass es 100 Prozent sicher nie geben kann.

Niemals Ausweiskopie an Unbekannte senden!

Grundsätzlich ist allen Konsumenten zu raten, dass sie Ausweiskopien niemals leichtfertig an unbekannte Empfänger senden sollten, weder Berater, noch Privatpersonen und Unternehmen, ganz egal wie seriös diese nach außen auftreten.


So bleiben Sie auf dem Laufenden!

Nach Klick auf den Button können Sie mir eine Nachricht an meine Adresse jaichwillnews@andreasdolezal.at mit Ihren Kontaktdaten in der Signatur senden. Diese Nachricht verstehe ich als Ihre Zustimmung für das Zusenden von Informationen an Ihre Absender-Mailadresse sowie das Akzeptieren der Datenschutzerklärung.


Weitere interessante Beiträge:

DSK zu Online-Diensten: Maßnahmen zur Zugangssicherung

Mangelhafte Datenschutzerklärung machte die Behörde neugierig

Datenschutz: Tragen Sie im Job ein Namensschild?