Amazons Alexa erobert unsere Autos

Beitragsbild Data Breach

An Sprachassistenten im Auto haben wir uns gewöhnt. Früher ein teures Extra, heute oft Serienausstattung. Auch Google im Auto ist schon lange nichts Neues mehr. Jetzt wird Alexa von Amazon immer öfter zur unsichtbaren, aber dafür hellhörigen Beifahrerin.

Bei der CES 2019, einer Technik-Messe in Las Vegas, machen Automobilhersteller auf sich aufmerksam, die Alexa direkt in die Bordsysteme ihrer Fahrzeuge integrieren. Sprachbefehle landen so direkt auf den Servern von Amazon, einem der größten Datensammler der Welt (wenn man berücksichtigt, dass Amazon der größte Betreiber von Server-Farmen ist, dann wohl dem größten Datensammler der Welt).

Nur Wetter und Musik, Bald auch Fahrzeugfunktionen

Aktuell soll Alexa über das Audiosystem Auskunft über Nachrichten, das Wetter oder Spielstände von Sportevents geben können. Auch das Bestellen von Waren, zum Beispiel Lebensmitteln, soll möglich sein, und das streamen von Musik und Hörbüchern. Aber auch das Steuern des Garagentores und die Haustüren sollen von Alexa gesteuert werden können. Cloudbasiert soll Amazons Assistentin laufend dazulernen und sich den Nutzer immer besser anpassen.

Auf Funktionen des Fahrzeuges greift Alexa Berichten zufolge bei deutschen Automobilherstellern (noch) nicht zu. Dies ist erst für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen. Amazon selbst zeigt aber schon, dass Alexa auch die komplette Steuerung des Autos auf Level 4 des autonomen Fahrens übernehmen kann.

Als Datenschutz-Experte stellen sich mir dabei gleich ein paar Fragen:

  • Wie sicher sind die Daten beim Übertragen der vielen Daten vom Auto zum Server?
  • Wie sicher sind die Daten beim Speichern und Verarbeiten in der Cloud?
  • Wofür werden die gesammelten Daten noch verwendet? Oder an wen werden sie weiterverkauft?
  • Kann ich dem Einbau von Alexa in (m)ein neues Auto widersprechen? Fährt es dann überhaupt noch?

Wollen Sie in einem Auto sitzen, das gehackt und ferngesteuert wird?

Ich nicht. Eine auf Maximum gestellte Heizung ist dann vielleicht unser geringstes Problem. Wir sind heutzutage ständig online und daher zum gläsernen Menschen geworden. Wir hinterlassen auf Schritt und Tritt digitale Spuren. Das müssen wir akzeptieren, und auch eine Datenschutz-Grundverordnung bringt uns die Kontrolle über unsere Daten nicht zurück.

Vielleicht bin ich altmodisch, aber mir macht zu viel potentielle Kontrolle durch Datenkraken á la Google, Amazon & Co. Angst. Ihnen nicht auch?


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