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Fast Fashion, also Kleidung aus billigem Plastikmaterial, die oft unter prekären Arbeitsbedingungen von ausgebeuteten Arbeiterinnen und Arbeitern in Billiglohnländern wie Bangladesch hergestellt wird, kaufe und trage ich nicht. Jeder, der T-Shirts um 2,99 Euro, Damenblusen um 7,99 Euro, Herren-Bluejeans um 9,99 Euro und Damen-Pumps um 19,99 Euro (alles reguläre Verkaufspreise inklusive Mehrwertsteuer) kauft, sollte sich die Frage stelle, was er oder sie damit der Umwelt und den Menschen antut.

Schon die Materialien, aus denen Fast Fashion hergestellt wird, sind kein Ruhmesblatt. T-Shirt aus 95 % Polyester, Schuhe aus „Synthetik“ (welcher Kunststoff damit genau gemeint ist, verschweigen Hersteller und Händler) oder Polyurethan, das Handwerker als PU-Schaum kennen, und „TPR“, also „Thermoplastic Rubber“. Schweißfüße sind da sicher. Schon der Herstellung der Materialien – zur Erinnerung: Kunststoff ist gleich Erdöl – ist kaum umwelt- und klimafreundlich. Das Waschen von Kleidung aus Kunststoffen ist Studien zufolge für einen guten Teil des Mikroplastiks in den Ozeanen verantwortlich. Das Entsorgen der Plastikkleidung ist aufwendig, oft umweltverschmutzend und beim Verbrennen schadstoffreich.

Ich schaue beim Kleidung einkaufen auf die Textilmarken, also jene Etiketten, die innen in die Kleidungsstücke eingenäht sind und unter anderem das Produktionsland angeben. Die Chancen stehen gut, dass dort „Made in“ Bangladesch, Malaysia oder Kambodscha steht. Arbeiterinnen in den Textilfabriken verdienen oft kaum mehr als einen einzigen Euro am Tag. Logisch, wie sonst könnte ein T-Shirt – inklusive Transport bis in den grell beleuchteten Laden und Verdienstspanne für Produzent, Importeur und Modekette – gerade einmal 3, 4 oder 5 Euro kosten!?

Statt Fast Fashion kaufe und trage ich Kleidung, die ich dank ihrer Qualität und meiner Pflege möglichst lange tragen kann. Gute Schuhe sehen beispielsweise nach 20 Jahren immer noch aus wie am zweiten Tag. Zugegeben, wir Männer haben es da einfacher als Damen, denn Herrenmode muss nicht jedem kurzlebigen Modetrend nachlaufen. Allerdings habe ich gelernt, dass auch teure und hochqualitative Markenkleidung in bekannten Billiglohnländern gefertigt werden kann. Der Verlockung hoher Margen erliegen offensichtlich Nobelmarken ebenso wie Diskontmarken.

Aber … verzichten wir wohlstandsverwöhnte Europäer von heute auf morgen auf Fast Fashion, dann verlieren auch hunderttausende Arbeiterinnen und Arbeiter in Bangladesch, Kambodscha und Malaysia ihren schlecht bezahlten Job. Und oftmals sind die Mitarbeiter der Textilfabriken auf diesen schlecht bezahlten Job angewiesen. Denn diese schlecht bezahlten Jobs ermöglichen es ihnen, ihre Familien zu erhalten. Kaufen wir keine Fast Fashion, dann ist das zwar nachhaltig sowie gut für Klima und Umwelt, aber wir entziehen vielen Menschen in fernen Ländern die Existenzgrundlage. Ein Dilemma, für das es keine echte Lösung gibt. Entweder verlieren Klima und Umwelt, oder viele tausend Menschen. Ich jedenfalls entscheide mich gegen Fast Fashion.

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