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Wohnen im Grünen ist der Wohntraum vieler Städter – aber oft ein Albtraum für Klima und Umwelt. Denn das Zubetonieren von (Grün-)Flächen für das Wohnen, Zufahrtsstraßen, Supermärkte, Gewerbe usw. versiegelt in Österreich jedes Jahr über 40 km2 Fläche – das entspricht rund 17 Fußballfeldern pro Tag.

Die Zersiedelung des ländlichen Wohnraums, ein in Österreich zwar bekanntes, aber viel zu sehr unterschätztes Problem, versiegelt jedes Jahr riesige Flächen. Wer im Haus im Grünen wohnt, muss ja auch dorthin kommen, also werden Straßen und Radwege (ja, auch die versiegeln Flächen) gebaut. Nahversorger, wie Shopping-Center oder Supermärkte, besiedeln die Umgebung, wodurch noch mehr Flächen versiegelt werden.

Wer im Grünen wohnt, muss oft weite Wege zum Arbeitsplatz, zum Einkaufen oder für den Besuch bei Familie und Freunden in Kauf nehmen – die mangels guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr auch mit „Diesel-Stinkern“ zurückgelegt werden. Wirklich klima- und umweltschonend ist das neue Wohnen im Grünen also nicht.

Der fortschreitende Bodenverbrauch, der zumeist landwirtschaftlich genutzte Böden betrifft, hat sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich negative Folgen. Wirtschaftliche Konsequenzen deshalb, weil damit die Lebensmittelversorgungssicherheit Österreichs von Jahr zu Jahr abnimmt (pro Österreicher gibt es nur mehr 1.500 m2 Ackerfläche) und die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten steigt. Die negativen ökologischen und ökonomischen Effekte, die durch Bodenversiegelung entstehen sind zahlreich:

  • Verlust von biologischen Funktionen
  • Verlust der Produktivität
  • Gefährdung der biologischen Vielfalt
  • Erhöhtes Hochwasserrisiko
  • Verlust der Staubbindung
  • Hitzeeffekte

Für mich müssen keine zusätzlichen ökologisch wertvollen Grünflächen versiegelt werden, denn ich wohne in einem Mehrparteienhaus, dessen Verhältnis von verbauter Fläche zu nutzbarer Wohnfläche um ein Vielfaches besser ist als jenes von freistehenden Einfamilienhäusern im neu aufgeschlossenen Grünen. Dicht an dicht in Mehrparteienhäusern zu wohnen ist nicht jedermanns Wohntraum, stellt aber die flächen- und energieeffizienteste Form des Wohnens dar. Zumal sich auch Nahversorger, wie Supermärkte, Friseur und Apotheke, und öffentliche Verkehrsmittel in meiner unmittelbaren Umgebung befinden.

Flächenverbrauch: Ein Land verliert den Boden (Artikel aus DerStandard.at, externer Link)

Flächeninanspruchnahme Österreich (Umweltbundesamt, externer Link)

Mein Luxus im Mehrparteienhaus ist übrigens eine kleine Dachterrasse und kein Swimmingpool, in den jedes Jahr tausende Liter wertvolles (Trink-)Wasser fließen. Auch mit diesem Verzicht leiste ich einen kleinen Beitrag zum nachhaltigen Einsparen von lebenwichtigen Ressourcen.

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